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Ihnen: Düngereduktion mit der Rasenmähermethode ist planloses Vorgehen

Die für Landwirtschaft und Ernährung zuständige Berichterstatterin im Haushaltsausschuss, Ulla Ihnen, MdB (FDP), erklärt: 

„Obwohl die Düngeverordnung erst vor kurzem angepasst wurde, scheint nun bereits die nächste Änderung anzustehen. So wird das Bundeslandwirtschaftsministerium laut Medienberichten einen Düngeabschlag von 20% in den belasteten roten Gebieten einfordern. Schon die Herbstdüngung könnte wesentlich erschwert werden.

Für viele Landwirte lässt dies nichts Gutes erahnen. Denn die Große Koalition lässt sie im Regen stehen, anstatt praktische Lösungen zu ergreifen. So wird nicht genug darüber nachgedacht, wie man besonders stark mit Stickstoff belastete Gebiete entlasten kann. Bislang spielt auch überhaupt keine Rolle bei den Überlegungen der Bundesregierung, dass gerade Landwirte ja auch einen erheblichen Beitrag zur Nitratbindung leisten.  Ziel muss es doch in Zukunft sein, den vorhandenen Wirtschaftsdünger in der Fläche besser und passgenauer für den Pflanzenwuchs zu verteilen. Dafür brauchen gerade auch die Landwirte leistungsfähige 5G-Netze bis an jede Milchkanne.

Die Landwirtschaft könnte ihren eigenen Beitrag für das Nitratproblem leisten, wenn das Bundeslandwirtschaftsministerium die Bauern auch mit finanziellen Mitteln dabei unterstützen würde, das wertvoller Naturdünger aus Tierhaltungsregionen in Ackerbauregionen transportiert und dort ausgebracht wird. So könnte das Risiko für empfindliche Strafzahlungen minimiert werden.

Düngemittel mit der Rasenmähermethode zu quotieren, ist einfach nur plan- und hilflos.

Und ebenso muss sichergestellt werden, dass die Debatte auf einer belastbaren wissenschaftlichen Grundlage geführt wird. Denn Deutschland hat derzeit, bezogen auf die Fläche, in der EU mit die geringste Anzahl an Nitratmessstellen. Die Bundesregierung muss sich für ein EU-weites, vergleichbares Nitratmessnetz einsetzen.

Hintergrund: Die EU-Kommission hat erneut eine Klage gegen die Bundesregierung aufgrund geforderter Nachbesserungen bei der Düngeverordnung angedroht. Im Raum stehen Strafzahlungen von bis zu 860.000€ täglich.

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